Was haben Schreibabys mit Machtkämpfen in der Paarbeziehung gemeinsam? Die Wichtigkeit der Selbstregulation in Paarbeziehungen(was ist die Aufgabe der Einzelnen und was ist Aufgabe des Paares?)

Aktualisiert: 4. Aug.

Wie oben beschrieben, löst die Hilflosigkeit eines Menschen in seinem Gegenüber
automatisch ähnliche Gefühle aus. – Als kleine, unabhängige Wesen, als die wir alle in dieses Leben starten, haben wir diese Gefühle immer wieder erfahren, manche mehr, manche weniger, je nachdem, wieviel Ressourcen im Familiensystem da waren.
Diese kleinkindlichen Erfahrungen sind in unserem Körpergedächtnis, dazu zähle ich auch das Nervensystem, abgespeichert. Wenn diese Gefühle aktiviert werden (oft im Konfliktfall), sprechen wir oft von dem mittlerweile populär gewordenen Begriff „inneres Kind“, was nichts anderes bedeutet als, dass man gerade sehr starke unangenehme Gefühle erlebt, die wir meist unbewusst! Schon seit der Kindheit kennen.
Wenn wir nun als erwachsene Menschen in einer Intimbeziehung stehen, wo wir lieben und geliebt sein möchten, gibt es häufig einen Mitspieler, das ist die Angst.
Oft nehmen wir diese nicht bewusst wahr, weil wir frustriert oder wütend oder gekränkt sind und diese Gefühle die Angst überlagern. Oder wir sind in der Vermeidung und spüren die Angst daher nicht.
So lange es in der Beziehung harmonisch läuft, gibt es gar keinen Grund, sich darüber Gedanken zu machen. Doch, kommen wir an den Punkt, wo wir in unserer
Unterschiedlichkeit an einander geraten, fliegen schnell mal die Fetzen oder es entsteht Rückzug und emotionale Distanz.
Das Sichtbarmachen, das Zumuten unserer Bedürfnisse und Grenzen geht mit der Angst einher: „mag mich mein Gegenüber noch, auch wenn ich da anderer Meinung bin, auch wenn ich dieses „komische“ Bedürfnis habe?
Im Konfliktfalle, bei manchen sind das laute Streits, andere ziehen sich dann eher zurück, werden dann sehr ungangenehmen Gefühle aktiviert, man sagt auch, das verletzte innere Kind ist getriggert worden.
Das heißt, man kommt innerlich mit sehr unangenehmen Gefühlszuständen wie Angst, Panik, Hilflosigkeit, Verzweiflung, Wertlosigkeit, Scham, Schuld in Kontakt.- Das liebevolle Gegenüber, das selbst gerade voll mit sich selbst beschäftigt ist, steht mir als Co- Regulator auch nicht mehr zur Verfügung.
Hier geht es darum, sich selbst zu Beeltern, was nichts anderes heißt, als das innerlich aktivierte, hilflose Ich, das Kleinkindliche, liebevoll anzuerkennen, zu trösten, zu beruhigen, zu halten. Das nennt man Selbstregulation. Ich übernehme die Verantwortung für das, was in mir ausgelöst wurde, in dem ich mich adäquat, liebevoll drum kümmere, bis ich wieder ruhig und klar da sein kann, als Erwachsener. Dann kann ich nämlich gleichzeitig zugewandt bleiben, mich mit Klarheit und Echtheit für Meines einsetzen und meinem Gegenüber mit Offenheit begegnen.
„Das erwachsene „Ich“ entsteht in der Abwesenheit der Bestätigung durch Andere.“
David Scharch, Paartherapeut



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